Gelesen im Dezember

Dieser extrem dunkle, ungemütliche Dezember war die ideale Lesezeit. Allzuoft zog es uns nicht nach draußen, da habe ich so einige Seiten durchgezogen.

Begonnen habe ich mit dem Bericht „Hausbesuche“ von Stephanie Quitterer über ihr Experiment, in der Elternzeit jeden Tag einen Kuchen zu backen und damit spontan bei ihren Berliner Nachbarn zu klingeln, um sie kennenzulernen. Im Buch berichtet sie über einige Erlebnisse bei den Leuten, die sie reingelassen haben, aber hauptsächlich darüber, wie es ihr dabei erging, über ihren eigenen Schatten zu springen und zu klingeln. Total interessant zu lesen!
Hier ihr Blog: stephaquitterer.com

Gestrickt wird hier gerade sehr viel, z.B. die Wurm-Mütze…


… so dass das Buch „insel Maschen“, das mir der Nikolaus brachte, gerade richtig kam, um mich für kommende Projekte zu inspirieren.


Die Modelle sind nordisch inspiriert, grafisch klar mit Einstrick-Mustern, die man so nicht überall sieht. Gefällt mir.

Als Kontrast zur süßlich-glocken-klingenden Vorweihnachtszeit musste viel Spannendes her, so z.B. der neueste Band „Böse Seelen“ von Linda Castillo um die Kommissarin Kate Burkholder, die hier undercover in einer verschworenen amischen Gemeinde ermittelt, in der ein totes Mädchen aufgefunden wurde. Aufgrund ihrer amischen Herkunft gelingt ihr das Eintauchen in die Gemeinde, die in Angst und Schrecken vor dem Bischof und seinen kriminellen Machenschaften lebt. Sehr spannend, aber etwas unwahrscheinlich angesichts der gefährlichen Situationen, in die Kate sich immer wieder begibt und aus denen sie irgendwie immer wieder rauskommt, ein bisschen wie ein weiblicher Jack Reacher.


Im Büchertausch gefunden: ein Relikt der DDR-Kinderliteratur aus den 50er Jahren- „Die Jungen von Zelt 13“ von Benno Pludra. Eine wunderbar einfache Sprache in Geschichten aus einer längst untergegangenen Zeit.


Ok, eine Weihnachts-Schmonzette zwischendurch fürs Gemüt durfte es dann doch noch sein. „All I Want for Christmas“ von Amy Silver war kurzweilig und richtig gut, auch wenn mir bei jedem Griff zum Buch beim Blick auf den Titel das gleichnamige Weihnachtslied von der singenden Heulboje als Ohrwurm an der Backe klebte.
Verwitwete junge Mutter und trockene Alkoholikerin mit Café in London muss durch ihr erstes Weinhnachten nach dem Unfalltod ihres Mannes und es gibt allerlei Verwicklungen zwischen Nachbarn, Freunden und Cafébesuchern – natürlich mit dem Happy End, das man sich zur Weihnachtszeit wünscht.


Auf dem Klassentreffen wurde mir Simon Beckett als absolut lesenswerter Krimiautor empfohlen. Als ein Band im Büchertausch-Regal auftauchte, griff ich zu und wurde nicht enttäuscht. „Leichenblässe“ war angesichts unappetitlicher forensischer Details etwas schwer verdaulich, aber auch für zartbesaitete Leser zu verkraften, wenn man versucht, keine Bilder oder Geruchsvorstellungen beim Lesen entstehen zu lassen.
Der britische Arzt und Forensiker David Hunter reist nach seiner Genesung von einem Mordanschlag auf Wunsch seines ehemaligen Mentors nach Tennessee auf die „Body Farm“, einem forensischen Forschungslabor und wird mit einem skrupellosen Serienmörder konfrontiert, der die beiden Wissenschaftler auf ihrem eigenen Spezialgebiet in die Irre führt. Holla, die Waldfee, war das packend und spannend, ich konnte es kaum aus der Hand legen.
Von dem Stoff brauche ich noch mehr – es gibt ja noch einige Bände…


Strohstern, beschwippst.


Dieses Buch liegt zur Zeit noch auf meinem Nachttisch, aber ich kann es Euch schon nach gelesener erster Hälfte wärmstens empfehlen: „Machandel“ von Regina Scheer. Deutsche Geschichte von den dreißiger Jahren bis heute, erzählt über Menschen und Schicksale, die mit dem mecklenburgischen Dorf Machandel verbunden sind. Beeindruckend.

Meine kurze Neujahrsansprache: Ich wünsche Euch allen ein schönes neues Jahr, ob unbekannt oder bekannt und sage Danke für die vielen interessanten virtuellen Begegnungen und den Austausch, den das Bloggen mir beschert hat. Das hätte ich vor fast vier Jahren beim Start des Blogs nicht erwartet.
Lasst uns in ein neues gemeinsames Jahr starten und gucken, was es so für uns bereithält!

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4 Gedanken zu „Gelesen im Dezember

  1. Dir auch ein tolles neues Jahr! Von deinen Lesetipps habe ich schon viele ausprobiert und bin bis jetzt noch nie enttäuscht worden. 😊 Simon Beckett kenne ich schon die meisten. Die anderen Bände von ihm sind auch Klasse.

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    • Hallo Nadja, da haben wir wohl einen ähnlichen Lesegeschmack! Freut mich, dass du von meinen Bücher-Tipps nicht enttäuscht wurdest. Dann lauere ich wohl mal auf den nächsten Beckett, der im Büchertausch-Regal auftaucht und schnappe ihn mir gleich.
      Schade, dass du gerade nicht so viel bloggst, aber ich verstehe das gut, manchmal ist einfach die Luft raus und das reale Leben ist wichtiger…
      Liebe Grüße,
      Annett

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  2. <3lichen dank für gute wünsche und spannende & interessante buchtips!!
    "leichenblässe" hab ich mal gelesen – oh ja – sehr cool und ziemlich eklig ;-D
    dein bärchen mit wollturban ist unglaublich hinreissend – man möchte es sofort knuddeln!
    ich wünsche dir ein formidables neues jahr – und mir viele launige posts von dir!
    xxxxx

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