Gelesen im April

So, der kalte April ist rum – jetzt geht es in einen hoffentlich wärmeren Mai. Ich wünsche mir Sonne, Eis beim Italiener statt an der Autoscheibe und viel Trallala und Hopsassa.

Gelesen  im April habe ich -huch- nur drei Bücher. Aber tolle.
Das beste Buch zuerst: J.B. Morrison „Wie Frank Derrick mit 81 Jahren das Glück kennenlernte“.

Titel und Aufmachung wecken Assoziationen zum „Hundertjährigen, der aus dem Fenster…“ – aber weit gefehlt! Hier gibts keine Odyssee mit ziemlich absurden Begebenheiten, sondern eine zu Herzen gehende, eher unspektakuläre Geschichte über Einsamkeit und Freundschaft. Der Autor, ein ehemaliger britischer Popstar, erzählt uns, wie der eigentlich ziemlich coole Alte (zumindest was seinen Musikgeschmack angeht) nach einem Unfall mit Bein- und Armbruch zu Hause klarkommen muss. Sein bisheriger Alltag war von Langeweile, dem Ärger über Werbeanrufe und Vertreterbesuche, nonverbaler Kommunikation mit Kater Bill und gelegentlichen Spielenachmittagen bei seinem Kumpel aus dem Altenheim geprägt. Die nette und fröhliche Pflegerin Kelly, die ab sofort wöchentlich bei ihm vorbeischaut, bricht diese Langeweile auf und er hat etwas, auf das er sich freuen und vorbereiten kann.

Sehr lustig geschrieben, voller kleiner Weisheiten und Nachdenklichkeiten – unbedingt lesen!


„Der Kerl vom Land“ von Katarina Mazetti
ist eine kurze, schön erzählte Liebesgeschichte aus Schweden. Die kulturell interessierte Bibiothekarin aus der Stadt und der handfeste Bauer treffen sich immer wieder auf dem Friedhof, auf dem die Gräber ihres Mannes und seiner Eltern nebeneinander liegen. Sie fühlen sich stark voneinander angezogen und mit der Liebe beginnt ihr Dilemma: Wie soll das zusammen gehen? Beide fühlen sich nicht wohl in der Wohnung des anderen, ihre Welten passen einfach nicht zusammen. Sie kommen vorerst nicht voneinander los, doch irgendwann wissen beide, dass es vorbei ist. Ohne Happy End, aber gut erzählt.

Das dritte Buch ist eine skurrile Story, teilweise fiktional, kombiniert mit authentischer DDR-Geschichte: Annett Gröschner „Moskauer Eis“. Die Magdeburgerin Annja wuchs, da ihr Vater ein Kältetechnik-Wissenschaftler war, auf dem Gelände des Institutes für Kältetechnik auf, das schon von ihrem Großvater gegründet wurde. Erzählt wird ihre Biografie als Unangepasste in der DDR, rückblickend, während sie sich um die sterbende Großmutter kümmert und ihr Vater tiefgefroren in einer Kühltruhe, die nicht an den Stromkreis angeschlossen ist (das ist der fiktionale Teil) nebenan in der Küche liegt. Unglaublich viele Alltagsdetails aus der DDR wurden hier mit eingebaut.

Erinnert sich noch jemand an die kleinen Eislöffel mit aufgedrucktem Namen, die auf dem Buchtitel zu sehen sind?

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Bücher veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Gedanken zu „Gelesen im April

  1. die eislöffelchen vermisse ich immer noch!
    schöne buchempfehlungen – ich bin bald durch mit meinem bauernkriegsdrama/kepler-biografie made in DDR – da kommen deine tips zur rechten zeit!
    sonnige maigrüsse! xxxxx

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: