Gelesen im März

Das erste Buch, das ich Euch vorstellen will, war wirklich spannend:
„Der Totgeglaubte“ von Michael Punke (die Taschenbuchversion hat einen anderen Titel: „The Revenant – Der Rückkehrer“, nach dem Filmtitel). Die wahre Geschichte eines Pelzhändlers in den Rocky Mountains, der 1823 während einer Handelsreise am Grand River von einem Grizzly angegriffen wird und von seinen Mitreisenden schwerverletzt ohne Waffen zurückgelassen wird. Getrieben von dem Wunsch nach Rache kämpft er sich allein durch die Wildnis, trotzt hartem Wetter und angreifenden Indianern und verfolgt die beiden Verräter. Angesichts der Schwere der Verletzungen halte ich die Überlebensgeschichte ein bisschen für unglaubwürdig, aber es soll geschichtlich verbrieft sein, dass es so passierte.
Ganz toll geschrieben, spannend und unterhaltsam. Das Buch wurde mit Leonardo di Caprio verfilmt, aber ich hab lieber meine eigenen Bilder beim Lesen im Kopf.

Auch ein klasse Buch: T.C. Boyle „Ein Freund der Erde“. Es spielt in der nahen Zukunft, in der die Klimaveränderungen inzwischen auch soziale Auswirkungen haben. Der in den 80er Jahren für spektakuläre Aktionen bekannte Umweltschützer Ty arbeitet in 2025 als alter Mann bei einem Popstar und betreut dessen Privatzoo. Der Popstar hat sich vorgenommen, die besonders häßlichen Tiere vor dem Aussterben zu schützen, die sonst niemand retten würde, weil ihnen der Niedlichkeitsfaktor fehlt. Tys Ex-Frau taucht wieder bei ihm auf und möchte mit einer Freundin die Biografie von Tys Tochter schreiben, die als junge Umweltaktivistin starb, während sie einen alten Redwood-Baum besetzte, um ihn vor der Abholzung zu retten. In Rückblenden erfahren wir die Geschichte seiner Tochter und seines eigenen verrückten Lebens.
Im Klappentext steht: „Boyle beschreibt in seinem neuen Roman eine Zukunft, die schon begonnen hat.“ Das Buch ist von 2000 und seitdem hat sich die Welt schon etwas weiter an die im Buch geschilderte Zukunft angenähert. Erschreckend. So ist das bei Boyle – immer drauf aufs Schlimme. Trotzdem oder gerade deshalb sehr lesenswert!

Jan Weiler kennen wir ja als Autor von „Maria – ihm schmeckt´s nicht“ und ich schätze ihn auch als Kolumnisten sehr. Mit „Kühn hat zu tun“ legt er einen wortwitzigen, skurrilen Krimi mit Geschichtsbezug hin, in dem Kommissar Kühn direkt vor der Haustür seiner Vorzeige-Wohnsiedlung mit einem Toten konfrontiert wird. Im Keller tauchen plötzlich orange-giftige Verfärbungen an der Wand auf und mit Entdeckung des Auswirkungen der alten Munitionsfabrik im Erdreich platzen die bürgerlichen Träume vom abbezahlten Wohneigentum. Interessante Geschichte, lesenswert. Mal was anderes.

Ein neuer Lotte-Minck Roman mit Hobbyermittlerin Loretta Luchs gehört zum Frühling wie Krokusse. Den siebten Band „Voll von der Rolle“ habe ich verschlungen wie alle anderen davor auch und die Protagonisten mit koddriger Ruhrpott-Schnauze und dem Herz auf dem rechten Fleck sind mir schon vertraut wie alte Bekannte. Das Hornbrillen-Girl im Ringelshirt stolpert natürlich wieder über eine Leiche und ihr Drang zum Ermitteln läßt sich nicht mal vom Ultimatum ihres Freundes unterdrücken, der sie vor die Wahl stellt, entweder sie ermittelt oder er geht. Ob die Liebe eine Chance hat, erfahren wir aber erst im nächsten Band, also wenn die Krokusse das nächste Mal blühen…

Auch meine infantile Seite wollte im März Futter haben. Pettersson und Findus-Geschichten befriedigen mein Bedürfnis nach heiler Welt aufs Feinste und Kinderkochbücher mag ich ja sowieso. Also nahm ich „Kochen mit Pettersson und Findus“ aus der Bücherei mit. Den schwedischen Apfelauflauf darin habe ich sofort nachgebacken und fand ihn, warm mit einer Kugel Eis gegessen, sehr lecker!

Aber meine heimlichen Stars sind natürlich die Mucklas, die in jeder Zeichung versteckt sind. Herrlich bekloppt.

 

 

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