Gartenspaziergang

Die Eisheiligen haben wir hinter uns, nun konnten wir endlich mit dem Gemüse im Hochbeet loslegen. Das Schwiegermütterlein war beim örtlichen Blumendealer und hat ein paar Zucchini, Salat und eine Gurke besorgt, den Rest säen wir aus.

2016 05 10_2218

Dass das Gärtnern im Hochbeet in Einrichtungen für alte Leute und Behinderte so beliebt ist, kann ich jetzt verstehen! Auf einem Hocker sitzend, lässt es sich bequem säen. Es macht Spaß, endlich mal wieder in der Erde zu buddeln.
Die Knoblauchzehen sind ein weiterer Versuch, die blöden Ameisen aus dem Beet zu vertreiben. Ich habe gelesen, dass sie starke Gerüche nicht mögen. Na, mal sehen, ob sie das wirklich stört, wenn sie unterirdisch alle 10 cm auf eine Knoblauchzehe stoßen.

2016 05 10_2220

Inzwischen sind die Radieschen und der Rucola aufgelaufen, auch der Mangold links guckt schon zart hervor.

2016 05 21_2248

2016 05 10_2222

Und – war ja klar! Nachdem die vor langem in die Erde gesteckten Zucchini-Samen sich nicht rührten, habe ich erneut ein paar in Töpfe gesteckt und es wieder vergessen. Am Tag nach dem Einkauf in der Gärtnerei schoben sie die ersten Blätter aus der Erde.

2016 05 21_2252

Alles blüht: die Wildrosenhecke, der Rotdorn und die Eberesche. Der Fliederduft liegt auch noch in der Luft.

2016 05 21_2245

2016 05 21_2249

2016 05 21_2251
Die kleinen blauen Astern hatten mich letztes Jahr überzeugt, sie durften dieses Jahr wieder in die Töpfe auf der Veranda einziehen.

2016 05 10_2223

2016 05 10_2219

Und auch die Tomaten durften endlich aus dem Fensterbrett ins Freie. Hier war wieder ein fleißiges Gartenhelferlein, dieses Mal die liebe Sonja, am Werk. Ich finde es toll, wie viele kleine Heinzelmännchen mir jetzt helfen. Danke!

2016 05 21_2233

Ich bin ja immer noch im Schneckentempo unterwegs und habe, glaube ich, auch schon ein paar Spinnweben am Hintern, so wie sie hier…

2016 05 21_2234

Sie hat auch schon ein paar Spinnweben am Flügel, und guckt meist ziemlich gelangweilt in die Gegend.

2016 05 21_2244

Aber zwischendurch stratzt sie immer mal wieder auf der Suche nach leckeren Würmern durch den Garten.
Ich glaube, sie wird alleinerziehend, einen zukünftigen Kindsvater habe ich noch nicht entdeckt.

2016 05 21_2243

2016 05 21_2230

2016 05 21_2250

2016 05 21_2236

2016 05 21_2231

2016 05 21_2232

2016 05 21_2235

2016 05 21_2238

Was bin ich froh, dass die Kartoffelrosen wieder ausgeschlagen haben! In einem Schneide-Wahnsinns-Anfall habe ich sie letzten Herbst bis auf 50 cm über der Erde zurückgeschnitten und lange sah es so aus, als ob sie dahin wären. Jetzt ist wieder alles grün und dazwischen blühen kleine Vinca-Blüten in schönem Blau. Puh – noch mal gut gegangen.

2016 05 21_2240

Im Vorgarten ist mein Plan aufgegangen: die Riesen-Zierlauch-Zwiebeln, die ich bei der Beetumgestaltung letzten Herbst gesteckt habe, stehen wie ein Wald aus Pompons über den noch kleinen Gräserstauden. Ich finde sie toll!

2016 05 21_2228

2016 05 21_2226

Noch ´n Gedicht?

Gartenspaziergang

Vom Unkraut befreit sind alle Beete.
Unter des Gärtners strengem, entschlossenen Blick
Grünet im Garten Hoffnungsglück;
Der mutige Einsatz vieler Geräte
Drängte selbst wuchernden Giersch zurück.
Im Boden trauen sich, mickrig nur
Vereinzelt Reste krautiger Blätter
Ersterbend aus der gepflegten Flur.
Aber das Unkraut liebt Sommerwetter,
Überall regt es sich bald darauf wieder –
Hier im Gemüse, dort unterm Flieder.
An Blumen fehlt es nicht im Revier,
Doch schauen sie bald kaum noch herfür!
Knie dich, Gärtner, rasch auf die Erde,
Auf dass daraus kein Urwald werde.
Aus dem Boden, armer Tor,
Dringt ein grünes Gewimmel hervor!
Sieh nur, sieh! Wie behänd jede Menge
Von Winden schon zartes Gemüse umschlingt,
Wie der Giersch in Breit und Länge
All deine schönen Stauden durchdringt.
Und wieder musst du niederknien,
Sosehr der Rücken dich auch plagt,
Musst Unkraut aus der Erde ziehen –
Es rächt sich, wenn man das vertagt!
Denn nur den Gärtner, der sich mühte,
Belohnt am Ende reiche Blüte.
Stolz stellt im Garten sich dann ein:
Da bist du Chef, da darfst du´s sein!

Klassische Lyrik, neu verfasst
von Jutta Hartmann

Advertisements

3 Gedanken zu „Gartenspaziergang

  1. hahahahaaa – das gedicht ist super!
    aber dein garten ist ein gedicht! sooo schöne blümchen!!!! ich will auch so pompoms – was brauchen die denn für bedingungen?
    wir haben am samstag 5 tomatenpflanzen vom gärtner geholt – gestern hat der bahnwärter ein stück brachland in ein passendes beet verwandelt und ich hab sie eingepflanzt! nun ist die spannung gross!
    geniess die sonne! xxxxxxx

    Gefällt mir

    • Hallo Bahnwärterin,
      den Zierlauch kaufst du im Herbst als Zwiebel und steckst sie in die Erde, dann Geduld haben bis zum Frühling…
      Sie kommen immer wieder jedes Jahr und brauchen Sonne und wenig Wasser.
      Sie wirken am besten in der Masse, sind aber leider nicht ganz billig.
      Habt ihr euren Tomaten ein kleines Dach gebaut? Sie mögen keinen Regen auf den Kopf, kriegen dann schnell Braunfäule.
      Freu mich auf Bilder aus dem Bahngarten! Hab gelesen , dass du am Wochenende fleißig warst…
      Liebe Grüße
      Annett

      Gefällt mir

      • der mann sagte „nur die harten komm´ in garten“, hat „harzfeuer“ gekauft und kein dach gebaut! allerdings weht es hier immer gut durch da vor kurzem die eisenbahn tabula rasa mit dem wildwuchs gemacht hat……
        bin grad am knipsen und editieren – geduld 🙂
        xxxxx

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: