Gelesen im April

Der April ist schon ein paar Tage vorbei, da wird es Zeit, die gelesenen Bücher des Monats Revue passieren zu lassen…

Regionalkrimis sind schwer angesagt zur Zeit auf dem Buchmarkt. Hat man bisher Krimis eher wegen der skurrilen Komissar-Käuze gelesen statt wegen des Falls, kommt nun noch der Aspekt der Provinz hinzu, in der die Story spielt.

Dietrich Fabers „Toter geht´s nicht“
spielt in Hessen und der Kommisar Bröhmann hat es wirklich nicht leicht: die Frau nimmt sich eine Auszeit und verschwindet einfach, er kämpft daraufhin mit seinem Alltag zwischen Teenagertochter, kleinem Sohn und Frondienste in der Kita „Schlumpfloch“, Hund und Polizeiarbeit. Er ist nicht der pfiffigste Ermittler und weiß das auch. Daher nimmt er jeden Zufall, der zur Klärung des Falls im Karnevalsmilieu beiträgt, dankbar an. Locker-flockig geschrieben!

2016 04 05_2099

Nächster Regionalkrimi, dieser spielt auf Rügen in Groß Zicker, also genau der Gegend, in der wir letztes Jahr auf dem Campingplatz waren. Ferienwohnungs-Vermieterin, Squaredancerin und Ex-Polizistin Lilo Gondorf ermittelt in Nadja Quints „Halbe Miete“ auf eigene Faust, wer ihren Feriengast beim Spaziergang mit seiner blinden Frau von der Klippe gestoßen hat. Ihre Tochter ist bei der Stralsunder Kripo und kommt nicht so recht weiter…
Spannender Fall, leicht zu lesen, perfekte Urlaubslektüre.

2016 04 05_2098

In Thomas Fuchs „Grenzverkehr“ erlebt die Slowakin Milena allerlei schräge Dinge auf ihrem Weg von der Supermarktkassiererin in der slowakischen Provinz zur gut verdienenden Escort-Dame in Amsterdam. Grenzerfahrungen mit vielen anderen Überlebenskünstlern, Ganoven und Millionären inklusive. Etwas verworren, aber gut zu lesen.

2016 04 07_2097

Dieses Relikt habe ich im sehr gut ausgestatteten Bücherschrank unserer Ferienwohnung auf Hiddensee gefunden. Benno Pludra war oft auf der Insel, wie ich im Heimatmuseum erfuhr, und so spielt die Geschichte einer kleinen Jugend-Sommerliebe aus den 50er Jahren auch dort. Der etwas naive Stil und die Einfachheit der Geschichte „Heik und Paul“ hatte etwas anrührendes. Auch nach 60 Jahren noch lesenswert. Ich habe als Kind die Bücher von Benno Pludra gern gelesen, z.B. „Die Reise nach Sundevit“ oder „Bootsmann auf der Scholle“…

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Das war mein persönliches Buch-Highlight im April: „Mögen deine Hände niemals schmerzen“ von der Hamburger Sozialarbeiterin Bruni Prasske. Normalerweise lese ich Reisebeschreibungen überhaupt nicht gern, aber Bruni Prasskes Erzählkunst kenne ich schon von ihren Berichten über ihr Leben auf einem Hamburger Elbcampingplatz, den sie im Sommer bewohnt und ihrer Reise mit dem Bulli und Wohnwagen in die Türkei.
Sie lernte auf ihrer Arbeit mit Flüchtlingen in Hamburg Ende der 90er Jahre einige Iraner im Exil kennen und ließ sich von ihrer Begeisterung für die persische Kultur und das Land anstecken. So führten sie ein paar Jahre später mehrere Reisen in das Land, bei denen sie die Familien der Exilanten besuchte und ihnen von ihren Angehörigen in Hamburg berichtete.
Imponierend, wie Bruni mit ihrer Offenheit unterwegs ständig neue Kontakte knüpft, unter den Zufallsbekanntschaften findet sie dann auch eine „verbotene“ Liebe. Hat mir richtig gut gefallen!

2016 05 02_2179

„Girl on the train“ von Paula Hawkins ist sehr spannend und endet mit einem großen Showdown. Die arbeitslose Alkoholikerin Rachel pendelt jeden Morgen mit dem Vorortzug nach London, damit nicht auffällt, dass sie eigentlich keine Arbeit mehr hat. Dabei beobachtet sie aus dem Zugfenster täglich ein Pärchen in einer Siedlung, in der sie mal gewohnt hat und ihr Ex-Mann mit seiner neuen Familie ein paar Häuser neben dem Pärchen auch noch wohnt. Als die Frau des Pärchens verschwindet, beginnt ein Katz- und Maus-Spiel zwischen Rachel, ihrem Ex-Mann, dem Mann des Pärchens und der Polizei.
Es gibt mehrere Zeit- und Perspektiv-Wechsel der Erzähler, einen etwas langatmigen Mittelteil, aber ein spannendes Ende.
Bravo für die Einblicke in die Gedankenwelt einer Alkoholikerin mit all ihren Vertuschungs- und Selbstbetrugsspielchen!

2016 05 02_2178

Fast schon ein Ritual für mich: Der inzwischen sechste Band der Loretta Luchs-Krimödien-Reihe von Lotte Minck, die immer sofort nach Erscheinen in meinen Warenkorb wandern. Die Protagonisten, das Ringelshirt tragende Hornbrillen-Girl Loretta Luchs, Minipli-Mann Erwin, ihre Freundin Diana, ihr Sexhotline-Chef Dennis und wie sie alle heißen, sind mir inzwischen ans Herz gewachsen und immer ein Garant für kurzweilige Unterhaltung mit Ruhrpott-Schnauze und echt witzigen Dialogen.

2016 05 02_2177

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3 Gedanken zu „Gelesen im April

  1. hach ja – benno pludra! 🙂
    irgendwie lese ich kaum noch bücher. ich hab soooo viele gelesen, dass die meisten total vorhersehbar sind für mich und das langweilt mich dann. geht mir mit filmen übrigens ähnlich. ausserdem möchte ich nichts grausames/deprimierendes/hyperrealistisches lesen oder sehen. das leben ist anstrengend genug. bücher sollen mir freude bringen. klingt vll. oberflächlich – aber genau weil ich es nicht bin und mir alles immer sehr nahe geht brauche ich ab und an mal ´ne auszeit…….
    xxxxxx

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    • Ja, das kann ich gut nachvollziehen, ich muss auch genau gucken, ob mir das, was ich gerade sehe oder lese, gut tut.
      Durch den Büchertausch habe ich immer eine so riesige Auswahl an neuen Büchern, dass da immer etwas dabei ist, was ich gerade lesen möchte. Ohne Buch kann ich nicht sein!
      Für mich viel schwerer zu ertragen sind die realen Nachrichten, die machen mich meistens völlig fertig…
      Liebe Grüße
      Annett

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  2. Pingback: Gelesen im April | schoener-garten24.de

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