Nur die Tasse und Du

Habt Ihr auch so ein Sammelsurium an verschiedenen Tassen im Schrank? Keine passt zur anderen, aber jede von ihnen ist wichtig und oft mit einer schönen Erinnerung verbunden. Kaum ein Töpfermarkt, von dem wir ohne eine neue Tasse nach Hause kommen…

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Die aktuelle Ausgabe der Sonnentor-Kundenzeitschrift „FREUDE“ widmet nun der Tasse ein ganzes Heft (Klick zum Lesen). Sehr interessant. (Die meisten Kundenzeitschriften sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind, und ich kenne nur zwei, die ich wirklich lesenswert finde: FREUDE des österreichischen Tee- und Kräuterherstellers Sonnentor und WERDE von Weleda. Auf einer Gruppenreise in die Cinque Terre lernte ich mal eine Redakteurin von Weleda kennen und erfuhr von ihr, wie aufwändig für deren Kundenzeitschriften recherchiert wird.)

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Beim Thema Tasse fiel mir sofort wieder mein letzter Kinobesuch ein: Am Premierentag von „Grüße aus Fukushima“ setzten wir uns in die Nachmittagsvorstellung unseres kleinen, aber feinen Braunschweiger Programmkinos und ließen uns auf diesen Film ein. Ich bin ja ein sehr großer Doris Dörrie-Fan und es war wieder etwas ganz Besonderes. Ein Film, der noch lange nachhängt, aber nicht so schwer auf der Seele liegt, wie vorher befürchtet.

2016 04 28_2171Im Film lernt die deutsche Marie, die nach Fukushima kam, um angesichts des großen Elends nach der Katastrophe dort ihr eigenes Elend (geplatzte Hochzeit) nicht mehr so zu fühlen, eine alte Geisha kennen. Mit ihr kehrt sie in deren Haus in der Todeszone zurück, sie entrümpeln es und dabei auch ihrer beider Leben. Die bösen Geister lauern nachts vor der Papiertür…

Von der Geisha lernt die (etwas trampelige) Marie und wir als Zuschauer, wie man BEWUSST Tee trinkt: Die Teetasse ruht auf der geöffneten linken Handfläche, die rechte Hand ist am Henkel oder Schalenrand. Die Tasse dann langsam zum Mund führen und erst mal den Tee riechen. „Die Tasse und Du. Nichts anderes. Nur die Tasse und Du.“- meint die Geisha. Dann einen kleinen Schluck trinken und spüren, wie der Tee in deinen Körper fließt. Ahhh….!

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Wer mich kennt, weiß, dass sich mir bei Achtsamkeitsübungen die Nackenhaare aufstellen, weil ich dafür viel zu ungeduldig bin. Und genau DAS ist mein Problem! Seitdem ich meinen Tee so trinke wie oben beschrieben (nicht immer, aber immer öfter), genieße ich ihn viel mehr und er schmeckt besser! Aha!
Das Gehen/Hüpfen/Schleppen mit Krücken auf nur einem Bein über einen Zeitraum von Wochen hat eine ähnliche Wirkung: Ich muss jede Bewegung ganz mit Bedacht ausführen, mich nur auf den nächsten Schritt konzentrieren, sonst plumpse ich um und habe womöglich als Folge ganz neue Baustellen an meinem Körper.
Ich bin jetzt gezwungen, achtsam zu sein, ich habe keine andere Wahl, und lerne sehr viel dabei. Schritt für Schritt.

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3 Gedanken zu „Nur die Tasse und Du

  1. wenn nichts anderes hilft legt sich der körper eben eine krankheit oder verletzung zu damit der in ihm wohnende mensch mal ein bisschen achtsamer wird 🙂
    in meiner küche gibts auch ein wildes sammelsurium an „pötten“ – mit schwerpunkt auf „punkte“! war keine absicht! gibts was zu feiern oder darfs etwas gediegener sein nutze ich die sammeltassen-sammlungen von oma und schwiegermama. gern auch durcheinandergemischt.
    die möwentapsen sind süüüüss! 🙂
    xxxxxxx

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    • Hallo Beate,
      ja, dass Körper mit Krankheiten reagieren, kenne ich, aber mit einem Beinbruch, das ist doch sehr unheimlich, finde ich…
      Pünktchenmuster liebe ich auch sehr, aber noch mehr Ringel!
      Liebe Grüße ins Bahnwärterhäuschen,
      Annett

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  2. Pingback: Nur die Tasse und Du | schoener-garten24.de

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