Bücher tauschen statt kaufen!

Im April hat er schon seinen zweiten Geburtstag – der Büchertausch, dem ich einen Teil meiner Freizeit widme.
Die Idee ist nicht neu, überall gibt es inzwischen Tauschregale: in alten Telefonzellen oder in Cafés, sozialen Einrichtungen…

Vor drei Jahren hatte ich die Idee, so ein Tauschregal auch in unserem Dorf zu etablieren und habe bei der Gemeindeverwaltung angefragt, ob es vielleicht einen öffentlich zugänglichen Raum oder eine Ecke im Bürgerzentrum dafür geben würde. Ich stieß sofort auf offene Ohren und es wurde ein Raum in einem Gemeinde-Neubau in Aussicht gestellt.
Ein Jahr wartete ich darauf, dass der Bau fertig wurde, in dem ein Hotel, Ärzte und auch ein Seniorentreff einzogen. In diesen Treff, der täglich geöffnet ist, durfte unser Anfangs-Bestand der fleißig im Kollegen- und Bekanntenkreis gesammelten Bücher einziehen. Die Gemeinde spendierte sogar die Billy-Regale dafür…

2016 02 20_2048Das Prinzip bei uns: Jeder kann sich so viele Bücher mitnehmen, wie er möchte, und sollte ein paar Bücher mitbringen, die möglichst aktuell sind. Alten Kram nimmt keiner mit, das hat sich gezeigt. Jeder kann kommen, wenn der Treff geöffnet ist, stellt seine mitgebrachten Bücher ins „Neu & Unsortiert“-Regalfach und bedient sich nach Lust und Laune.

Nun wächst der Bestand ständig, weil die meisten Leute mehr Bücher mitbringen als mitnehmen. Also muss kräftig sortiert und auch mal aussortiert werden. Unterstützt werde ich von meinem Schatz und von der lieben Gudrun, die wir hier im Büchertausch kennengelernt haben. DANKE!
Außerdem kooperieren wir mit einem sozialen Projekt, die Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt integrieren wollen und selbst einen Bücher- und Spielzeugtausch unterhalten. Alle zwei Wochen kommt eine Mitarbeiterin von dort, hilft beim sortieren und tauscht auch mal Bücher zwischen unserem und deren Bestand aus.

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Inzwischen hat sich der Tausch rumgesprochen und wird sehr gut angenommen. Um einen Austausch zwischen den Nutzern zu ermöglichen, wird jeden dritten Samstag im Monat Kuchen gebacken, ein paar Kannen Kaffee gekocht und für zwei Stunden zum „Tausch & Plausch bei Kaffee & Kuchen“ eingeladen. Meist kommen so an die 20 Bücherwürmer vorbei, es wird gemampft und getauscht und über Bücher, aber auch über das Leben an und für sich palavert. Was für interessante Gespräche sich da schon entwickelt haben!
Ich erzähle Euch das hier so lang und breit, weil ich hoffe, dass ich damit vielleicht jemanden inspirieren kann, in seinem Ort auch so etwas auf die Beine zu stellen. Wie sieht es aus -habt Ihr Lust dazu? Dann einfach mal irgendwo anfragen und loslegen…

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Für mich ist der Büchertausch-Samstag auch immer mal eine Gelegenheit, neue Kuchenrezepte auszuprobieren.
So wie die „Goldtröpfchen-Torte“, die ich letzten Sommer auf Rügen in einem kleinen Gartencafé lieben gelernt und deren Rezept ich nun in der aktuellen Landlust gefunden habe.

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Im Rezept steht „neutrales Öl“ – das sollte man wirklich befolgen! Ich Dussel habe Rapsöl genommen, weil es gerade da war und der Kuchen hatte leider einen etwas merkwürdigen Geschmack. Die Besucher des Büchertauschs im März haben ihn weggemampft und außer meinem Schwiegermütterlein hat keiner was gesagt… Tapfere Bücherfreunde!

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5 Gedanken zu „Bücher tauschen statt kaufen!

  1. Das hört sich richtig gut an. Genau so einen Büchertausch möchte ich bei uns ins Leben rufen. Ich hätte da aber noch eine organisatorische Frage. Vielleicht können wir uns mal per E-Mail austauschen? Das wäre nett. Viele Grüße, Sabine

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  2. Diese Büchertauschgeschichten finde ich auch äußerst sinnvoll. Bei uns gibt es in der Gemeinde sowohl eine Bücherei von Ehrenamtlichen als auch ein Gartenhäuschen mit Tauschbüchern. Eigentlich hätte man gut beides Miteinander kombinieren können …. Danke fürs Posten. LG Marion

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  3. Toll, dein Büchertausch! Bei uns in der Nähe gibt es einen offenen Bücherschrank, aber da ist genau das das Problem, welches du auch angesprochen hast: es stehen nur alte Schinken drin, die keiner mehr haben will. In einem der Mehrgenerationenhäuser vor Ort gibt es glaube ich auch noch einen Bücherschrank, aber da war ich noch nicht. Sollte ich vielleicht mal vorbeischauen. Bisher tausche ich meine Bücher über Tauschticket.de, da fehlt nur halt der persönliche Kontakt.

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    • Ja, leider muss man da rigoros ausmisten und auch mal Bücher wegwerfen (autsch, ich weiß, aber es geht nicht anders). Interessanterweise werden auch kaum gebundene Bücher mitgenommen, dabei sind die doch wirklich wertiger als Taschenbücher. Aber unsere „Haupt-Klientel“ ist die Frau ab 50 aufwärts, die im Bett liest und die dicken Wälzer im Liegen einfach nicht mehr halten kann. Solche Rückmeldungen kriegen wir beim Tausch & Plausch, deshalb ist dieser Austausch so wichtig…
      Den größten Durchlauf haben wir bei Krimis, die werden einmal gelesen und dann ins Regal gestellt. Da haben wir durchaus auch immer sehr aktuelle Sachen im Fundus. Am schönsten ist es, wenn bei diesen Samstags-Terminen jemand laut aufjuchzt, weil das schon sooo lange gesuchte Buch im Regal steht…

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