Gelesen im Januar

Was neues! Ab sofort gibt´s diese Rubrik auf meinem Blog.
Hierzu habe ich mich von Christof von „Einfach bewusst“ inspirieren lassen, der jeden Monat seine gelesenen Bücher vorstellt.

Los gehts mit den Gartenbüchern des Januars:

„Grüner wird´s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“ Der maulfaule Gärtner Georg steht kurz vor der Pleite, seine Frau ist auf Abwegen, seine Tochter und sein alter Vater nerven ihn, da fasst der Hobbyflieger mit selbstgebautem Flugzeug den spontanen Entschluss, einfach abzuhauen. Das Buch ist ein Road-Movie in der Luft und nach vielen unterhaltsamen Begegnungen findet er zu sich selbst, kuriert sein Trauma und es gibt ein Happy End.
Nette Unterhaltung.

„Gartengespräche unter Frauen“: Ein stilles, zauberhaftes Buch. Ende der 90er-Jahre führen zwei befreundete Frauen aus der Nähe von Vancouver einen Briefwechsel über das Werden und Wachsen in ihren Gärten und teilen viele Kindheitserinnerungen. Eine leidet an chronischem Müdigkeitssyndrom, an dem sie letztendlich verstirbt, und in eingeschobenen Tagebuchauszügen erfährt man, was diese Krankheit im Alltag bedeutet. Auf seinen Garten zu schauen, ohne auch nur einen Handschlag tun zu können, weil man zu erschöpft ist, das stelle ich mir schrecklich vor.
Ein sehr besonderes Buch.

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Die kennen wir ja alle aus dem Fernsehen. Dass sie eine so esoterische Ader hat, wusste ich vorher aber noch nicht. In „Im Garten der Aphrodite“ beschreibt sie ein Jahr Auszeit, in dem sie mit letztem Geld und guten Freunden ein verwildertes Grundstück in einen Garten der Sinne verwandelt. Sie machen alle üblichen Anfängerfehler und kommen dabei auch körperlich an ihre Grenzen. Ich glaube, so richtig zur Ruhe gekommen ist sie in diesem Jahr nicht…
Obwohl ich auch eine „Bäumeumarmerin“ bin, war es mir stellenweise doch eine Spur zu esoterisch.

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Alys Fowler war mir zum ersten Mal als Model in einem Gudrun Sjoeden-Katalog aufgefallen, weil sie so ein interessantes Apfel-Tattoo auf ihrem Arm hatte. Dass sie in England durchs Fernsehen sehr bekannt ist, wusste ich nicht. Die bodenständige Gärtnerin gibt in „Alys`Küchengarten“ eigenerprobte praktische Tipps zur Gartengestaltung und zum Anbau von Gemüse. Wunderschöne Fotos, sehr geerdet und authentisch (mit Dreck unter den Fingernägeln).

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Eine meiner Lieblingsautorinnen: Doris Dörrie. Sie beobachtet scharf und haut einem das Bittere des Lebens so richtig um die Ohren. In „Was machen wir jetzt“ geht es um die Midlife-Crisis aus Sicht eines Mannes.
Seine Frau sucht ihr Glück im Buddhismus, seine Tochter verliebt sich in einen tibetischen Lama und er ist ratlos, wie er damit umgehen und als Mann eigentlich sein soll. Die ereignisreiche Fahrt mit seiner Tochter in ein buddhistisches Kloster in Frankreich bringt noch mehr durcheinander.
Sehr lesenswert!

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Durch Zufall fiel mir der spannende Krimi „Ruchlos“ um eine Journalistin, die im Dresdner Kultviertel Neustadt lebt, in die Hände. Beim Lesen überfiel mich ein Erinnerungsflash nach dem anderen, da ich Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger in Dresden als Studentin gelebt habe. Es tauchten so viele Orte und Kneipen auf, an die ich so lange nicht mehr gedacht habe…
Da der Krimi auch sehr gut geschrieben war, las ich gleich noch einen aus der Reihe hinterher. Der dritte Band liegt schon auf dem „zu lesen“-Stapel…

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Das kommt dabei heraus, wenn man den Praktikanten die Covergestaltung machen lässt („Mach mal irgendwas mit Krimi und Schwarzen..“). Hätte mein Schatz mir dieses Buch nicht mit dringender Leseempfehlung in die Hand gedrückt, hätte ich es nicht mit spitzen Fingern angefasst. Der Kriminalfall in „Die Weisheit des Todes“ ist nichts für zarte Seelen, aber die Rahmengeschichte um den herzkranken Polizisten aus Dallas, der nur noch ein paar Wochen zu leben hat und unbedingt noch einen Serienmörder finden will, ist unglaublich spannend und detailverliebt geschrieben. Eine Zeitreise in die sechziger Jahre, in denen es noch keinen DNA-Abgleich gab, der Polizist immer erst mal eine Telefonzelle suchen musste und verschwundene schwarze Kinder keine polizeiliche Suche wert waren. Erschütternd, im Epilog zu lesen, dass die Geschichte auf einem wahren Fall beruht und im realen Leben der Mörder nicht gefunden wurde.

2016 01 31_1978

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5 Gedanken zu „Gelesen im Januar

  1. Hallo Marion,
    das ist schön mit der Rubrik ! Ich lese ja auch gerne und viel. Gartengespräche unter Frauen, das hört sich toll an.
    Von Alys habe ich auch ein Buch, tolle Ideen, ich schau immer wieder gerne rein.
    Hab eine schöne Zeit & liebe Grüße,
    Birgit

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    • Hallo Birgit, danke für Deinen Kommentar! Ja, ich sehe ja Deine Bücher/Zeitschriften auch öfter in Deinem Blog. Da sind auch viele interessante Sachen dabei.
      Freue mich, dass Du auf Deinem Blog wieder schreibst. Hab Deine Beiträge lange vermisst…
      Ich hoffe, es geht Dir wieder gut.
      Liebe Grüße,
      Annett

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  2. Mensch, da hast Du aber reichlich Literatur konsumiert. Dieses Buch über die Gärtnerin mit Müdigkeitssyndrom, das würde mich faszinieren. Da werde ich nachschauen, ob das als Ebook erhältlich ist. Vielen Dank für die Vorstellung.

    Ich habe vor einigen Tagen in einem Buch gelesen, welches den Titel trägt:
    Ich fliege mit gebrochenen Flügeln.(Raphael Müller)

    Ein Buch von einem 15 Jährigen Autisten über sein Leben. Er ist Austist, Epileptiker, stumm und hochbegabt. Was er alles erinnert von Kindheit an und wie er kämpft und lebt – darüber berichtet er in diesem Buch! Eine Leseempfehlung von mir.

    LG Marion

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