Laub

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Laub – wunderschön, raschelig, farbenfroh. Alles voll davon zur Zeit.
Aber wie vieles hat auch Laub zwei Seiten. Die andere Seite ist Arbeit. Täglich liegt ein neuer Teppich auf Rasen und Straße. Sisyphos läßt grüßen. Also Rechen und Besen raus und los geht´s mit dem täglichen Fitnessprogramm.

Kann man auch schön Aggressionen abbauen bei dieser Tätigkeit, wenn man denn welche in sich trägt.
Bei mir brechen sie aus, wenn unser Nachbar pünktlich Samstag mittag sein Riesenteil von Laubbläser rausholt und damit einen Lärm veranstaltet, der einer Hubschrauberlandung gleicht. Dann bläst er den (von Handwerkern tatsächlich mit einer Malerrolle glänzend schwarz lackierten) Pflasterweg rund ums Haus von allen Zeichen der Natur frei, damit es wieder picobello aussieht. Als ich letztes Jahr sah, wie er versuchte, mit dem Laubsauger seine Kugelakazie laubfrei zu saugen, hab ich mich vor Lachen in die Ecke geschmissen.

Dazu passt ein etwas zynischer Beitrag von Jakob Augstein aus seinem Gartenbuch „Die Tage des Gärtners“:

„Der Herbst, wenn alles voll Laub ist, ist die richtige Jahreszeit für diese Geschichte: die Jahreszeit der Laubbläser. Man sieht – und hört- jetzt allerorten Männer – es sind immer nur Männer -, die sich kleine, handliche 1-PS-Motoren auf den Rücken geschnallt haben und mit einem langen Plastikpimmel in der Hand Laubwolken vor sich herpusten, mit Spitzengeschwindigkeiten von über 300 Stundenkilometern. … Man möchte ihnen zurufen: Nehmt! Eine! Harke! Ihr! Idioten! Aber sie haben ja vergessen, was eine Harke ist.
Immerhin werden bei dieser Art der Gartenpflege Myriaden von Pilzen und Sporen aufgewirbelt, die sonst harmlos in der Erde schlummern würden. Die atmet der Laubbläser dann ein und in seiner Lunge beginnen sie ihr Vernichtungswerk.
Wenn Sie unter einem Laubbläser in der Nachbarschaft leiden, kann Ihnen dieses Wissen vielleicht eine gewisse Genugtuung verschaffen.“

 

Etwas Wunderschönes schafft Bloggerkollegin Frau Frieda aus ihrem Laub:
Sie fädelt die Blätter zu einem schlichten Kranz zusammen und hängt ihn an die Tür. Ich sag´s ja immer: Die einfachen Dinge sind die besten Dinge.

Guckt mal: http://fraufrieda.blogspot.de/2015/10/laubkranz.html

 

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Ein Gedanke zu „Laub

  1. das buch von j.augstein hab ich auch! und schon 3x gelesen 🙂
    obwohl wir von laubwald umgeben sind hält sich das mit dem laub irgendwie in grenzen – ich feg höchsten mal die paar blättchen vor der haustür weg damit sie nicht reinwandern….
    xxxx

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