Herz was willst Du? Meer.

Die Ostsee sollte es diesmal sein. Ab auf die Insel Rügen, Seele baumeln lassen, Fischbrötchen mampfen und mal wieder über andere Gartenzäune gucken. Schön wars.

meer

Für uns als Ruhe über alles liebende Camper ist dieser abgelegene und recht leere Platz in Alt-Reddewitz (Mönchgut, Ostrügen) ein Glücksgriff. Ohne Halli-Galli, trotzdem mit dem Fahrrad ruck-zuck am Strand. So solls sein.
Unser niegelnagelneues Vorzelt (der inzwischen dritte Versuch) war endlich ein Glücksgriff: super-schnell aufgebaut, Stehhöhe und Platz für die Fahrräder. Perfekt. Sehr zu empfehlen.

campingplatz

Landschaftlich ist Mönchgut wunderschön und überraschend hügelig.

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häuschen-mit-bemalung

Nicht nur Fischbrötchen allerorten, die Töpferei in Middelhagen setzt das Fisch-Thema auch an ihrer Gartenpforte um:

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Und die Gartencafé-Besitzerin mit lustigem holländischen Akzent fährt ihre Tomatenpflanze im Auto durch die Gegend.

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kunst

Untrügliches Zeichen für das Sommerende: die Schwalben sammeln sich.

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Bei so viel Standsicherheit werd ich ganz neidisch: Ich fall beim Yoga regelmäßig um, wenn ich ein Bein zum „Baum“ hebe.

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Hu-Huuu! Der Ruf der Dampflock des Rasenden Rolands ist weithin zu hören. Ein tolles Geräusch. Mitfahren ist natürlich Pflicht.

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Dieser Illux-Baum ist eine Wucht! Wer weiß, wie wahnsinnig langsam diese Bäume wachsen, bekommt eine Vorstellung davon, wie alt dieser Baum sein muss. Das Schild weist ihn als Naturdenkmal aus.

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Dachwurz mal wirklich auf dem Dach und nicht dekorativ zwischen den Steinen im Vorgarten, wie bei mir zu Hause.

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Das Pfarrwitwenhaus in Groß Zicker ist einen Besuch wert. Wurde in den 1750er Jahren gebaut, um die Witwe des Pfarrers unterzubringen, als man den Brauch abschaffte, dass der neue Pfarrer die Witwe oder eine der Töchter des verstorbenen Pfarrers heiraten musste. Das waren Zeiten.

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Vor dem Haus ein wunderschöner Bauerngarten. In früheren Zeiten wurden hier aber eher Kartoffeln angebaut, Hunger ging vor Blümchen.

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Die zweite Hälfte des Urlaubs verbrachten wir auf der entgegengesetzten Seite der Insel: Schaprode war das Ziel.
Aufmerksam geworden durch eine NDR-Reportage über die Bewohner der vorgelagerten Insel Öhe (hier rechts im Bild mit den Kühen – ähem, Gourmet-Rindern- drauf), wollte ich mir die Ecke mal ansehen. Hier ist der Fährhafen zur autofreien Insel Hiddensee und im kleinen Ort scheint praktisch jeder von der Vermietung privater Autoparkplätze zu leben.

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Das Schiff kommt! Plötzlich wimmelt es von Leuten, alle fallen in das von den Öhe-Insel-Besitzern betriebene Restaurant und den Hofladen ein, und dann ist es wieder ruhig.

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Der Gasthof und Hofladen Schilling im Hafen sind echte Lecker-Tempel: Bio-regional-liebevoll-zubereitete Speisen im Gasthof, Wurst von den Öhe-Rindern, Kaffee aus Stralsund, Brötchen, Käse und viele gute Sachen mehr im Laden. Der nette Wirt erzählt, dass es nicht immer einfach war, Qualität mit entsprechendem Preis anzubieten, das Durchhalten hat sich aber gelohnt. Gelohnt hat sich die Fahrt in die Gegend für uns schon wegen dieser kulinarischen Entdeckung.

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In der alten Gaststube ein liebevoller Mix aus alten, wahrscheinlich immer schon dort gewesenen Dingen (z.b. alte Schauspielerfotos an den Wänden) und modernen Elementen. Das kann schief gehen, hier ist es aber grandios gelungen. Soll im Winter urgemütlich sein, wenn die Kachelöfen brennen, meint der Wirt. Hier ist das ganze Jahr über Saison.

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Ich schaue natürlich überall über Gartenzäune und entdecke so manch interessantes Gartenhaus:

schwarzes-gartenhaus

verwunschenes-gartenhaus

zirkuswagen

Oder so was:

tierarzt-schild

lächelschild

Wenn wir schon mal da sind, fahren wir auch mal rüber zur Insel Hiddensee, nach Vitte.
Tolle Landschaft, grandioser Strand und interessante Häuser. Gefällt uns.

hafen-vitte-hiddensee

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Zwei Häuser des Architekten Max Taut aus den zwanziger Jahren. Die Dachform hier soll einem Süd-Wester nachempfunden sein.

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Das andere Haus daneben ist das Astrid-Nielsen-Haus, in dem die Stummfilmdiva einige Sommer verbrachte. Heute kann man hier heiraten.

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Jetzt sind wir wieder zu Hause, voller Eindrücke, Mückenstiche und sonnengegerbter Haut. Die Waschmaschine ist rundgelaufen, die letzten schönen Sommertage haben die Wäsche ratz-fatz trocknen lassen. Unsere Birnen sind überreif, ich habe einen Birnenkuchen gebacken, Brombeeren und Tomaten geerntet und der Schatz hat den Rasen gemäht. Darauf kamen wieder viele, viele Ameisennester zum Vorschein. Nun ja, das scheint dieses Jahr ein Dauerthema zu sein.
Das Beste: Wir müssen noch nicht wieder rein ins Hamsterrad, noch eine weitere Woche Urlaub zu Hause wartet auf uns. Hurra!

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3 Gedanken zu „Herz was willst Du? Meer.

  1. Pingback: Maritime Gartenpforten | Wilde Möhre

    • Hallo Wiebke,
      das freut mich, dass ich dich mit meinem Reisebericht inspirieren konnte, die Gegend auch mal selbst zu entdecken. Schönen Blog hast Du, sehr schöne Bilder, besonders die Webproben sind interessant. Darüber wusste ich bisher noch gar nichts…
      Liebe Grüße,
      Annett

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