Sunny Totensonntag

War der Volkstrauertag noch passend grau in grau, schien am Totensonntag die Sonne aus allen Knopflöchern. Sehr schön, aber irgendwie unpassend. Wir haben einen Fußmarsch zum Advents-Kunstmarkt gemacht, bei dem wir tüchtig ins Schwitzen gerieten, und angesichts des Weihnachtstünnefs, der dort ausgestellt war, fühlte ich mich auch wie im falschen Film. Mir ist aber noch so was von garnicht nach Weihnachten…

Auf der Veranda warten die silbrigen Stacheldraht-Pflanzen, die ich immer über den Winter in die Geranien-Töpfe setze, schon lange auf ihren Einsatz. Ich höre sie auch manchmal mit den Wurzeln scharren, weil sie dort endlich reinwollen.

stacheldraht(Nein, ihr habt nichts an den Augen, ist wirklich super-unscharf das Bild. Tsss….)

Aber Pustekuchen-Stacheldraht-Jungs! Die Geranien geben nicht auf und blühen einfach weiter. Die kann ich doch nicht einfach in die Tonne klopfen?!

geranie-blueht-an-totensonntag

 

Wenn ich aus dem Wohnzimmerfenster auf die Veranda gucke, sieht es noch ein bisschen aus wie im Sommer.

veranda-blueten

Auch die letzte Cosmea gibt nicht auf!

letzte-cosmea

Die Wildrosen sorgen schon für Glasnost von der Straße aus. Jetzt kann man quer durchs Grundstück gucken. Der Lavendel davor hat auch schon die Heckenschere gesehen. Die Straße war lila nach dem Schnitt und roch wie ne Badewanne.

wildrosen-hecke-ohne-blaetter

Das Riesen-Chinaschilf wird langsam gelb und trocken, jetzt wäre eigenlich die Zeit für einen Radikalschnitt, damit die langen Blätter nicht überall rumfliegen. Aber wer bringt´s schon übers Herz, das wegzuschneiden?

riesen-chinaschilf-mit-bluete

Und die möchte ich mir am liebsten ins Kopfkissen stopfen…

schilfblüten
Aber die Tomaten mussten jetzt dran glauben. Das ist das letzte Foto vor der Tonne. Eine trug sogar noch Blüten.
Aber irgendwann ist mal Schluss. Also Stangen rausgezogen und ins vollgerumpelte Gartenhaus gebracht. Dann Bretter aufs Tomatenbeet gelegt, als Schutz davor, dass unsere samtpfötigen Freunde das trockene Plätzchen wieder über den Winter als Katze-Klo für sich entdecken.

Zum Thema „Tomaten nach der Ernte rausreißen“ las ich bei Claudia in ihrem „Wilden Gartenblog“ über einen schrägen, aber interessanten Gedanken: Sollte man den Pflanzen nach der Ernte aus moralischen Gründen ein „Gnadenbrot“ geben und sie weiterhin gießen, obwohl man weiß, dass sie den Winter nicht überleben?
Hab ich lange drüber nachgedacht und -zugegeben- die Tomaten länger stehen lassen, weil ich immer wieder darüber nachdenken musste, wenn ich sie da stehen sah.
Aber ich bin auch zu dem Schluss gekommen, dass das zu weit geht mit dem schlechten Gewissen.
Sie tanzten einen Sommer und hatten ein schönes Leben…

tomaten-vor-dem-rausreissen

Ups, da lag noch eine Blumenzwiebel-Tüte unterm Gartentisch, die hatte ich ja total vergessen. Konnte mal wieder nicht dran vorbeigehen im Baumarkt. Und wenn die Verpackungen dann auch noch so hübsch aufgemacht werden, hat das Marketing wieder funktioniert…
Und wohin jetzt damit? Ist doch schon alles voll und Zwiebeln im Beet sorgen dafür, dass man nicht mehr vernünftig hacken oder grubbern kann, ohne dass man sie wieder ans Tageslicht bringt.

Na, unter den Wildrosen auf der Innenseite zum Rasen hab ich sie dann doch noch eingebuddelt. Da ich wie ein Eichhörnchen immer vergesse, wo ich die Dinger hingetan habe, ist so ein Blogeintrag doch hilfreich. Kann ich im Frühjahr nachlesen, wo demnächst was gelbes und oranges blühen sollte.

blumenzwiebeln-setzen

Draußen ist es meinem Schatz doch zu ungemütlich für die Fahrrad-Bastelstunde und dann hat er den Deckenbalken im Wohnzimmer als Reparatur-Lift für sich entdeckt… Na, da kann der Winter ja kommen.

fahrradwerkstatt-im-wohnzimmer

Und ich habe mich in die Hölle gestürzt (Ikea, Samstag – mehr brauche ich nicht zu sagen). Für geräuschempfindliche Menschen wie mich definitiv die Hölle, tausend schreiende, weinende Kinder. Aber: Es musste mal wieder sein, das Sofa vor dem Ofen brauchte dringend ein gutes Leselicht.
Die gewünschte Stehlampe hab ich gekriegt und noch tolle Leinentücher entdeckt, die eigentlich als Badetücher (???) ausgeschrieben waren, sich aber auch prima an unserem Küchenfenster machen würden. Also ließ ich am Sonntag die Nähmaschine rattern, die Tücher waren zu lang, und nun haben wir ziemlich rustikale neue Küchengardinen.
Irgendwie keltisch, findet der Schatz. Ich sag mal: Petri Heil!

neue-kuechengardine

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