Im Gelbfieber

Momentan hänge ich mir einen Wunderbeutel um, sobald ich draußen in der Natur dieses unfassbar warme GELB sehe. Ich bin richtig im Gelbfieber! Der November meint es bisher sehr gut mit uns und verwöhnt uns mit warmen Tagen über 10 Grad und mangels Stürme dürfen wir uns an Bäumen mit currygelbem Blattgold erfreuen.

Ich habe mich diese Woche zur Arbeit zwei Mal aufs Rad geschwungen und war beseelt beim Fahren.

Gelb steckt an: Aus dem Kleiderschrank ziehe ich goldgelbe Sachen und Tücher und brauche auch abends auf dem Sofa was Gelbes in den Händen. Also schnell ein neues Tuch angenadelt.

Ich führe meine neuen Stulpen spazieren, schön warm!

Bye-Bye – alter Sanddornbaum! Da liegt er – kleingesägt oben auf dem Feuerholz im Ofen und wird uns einen Abend versüßen.
Vielleicht hätte ich besser nachdenken sollen, als ich damals Sanddornbäume in unseren feuchten, festen Lehmboden-Garten gepflanzt habe. Nomen est omen, die heißen ja nicht umsonst so.

Neuzugang: Herzlich willkommen, kleines Zierapfelbäumchen. Einen Baum zu pflanzen, ist immer eine, wie ich finde, besondere Angelegenheit, die mit entsprechender Würde begangen werden sollte.

Das kleine Eichhörnchen in meinem Mann sammelt seinen Bücherstapel für die kalte Jahreszeit. Warum er die nicht verbuddelt, sondern auf der Treppe stapelt, bleibt sein Geheimnis.

Ich lese mich gerade durch diverse Krimis, als Abwechslung zum Klappern der Stricknadeln.

Der hier war so toll geschrieben, dass ich ihn gestern morgen erstmals auf- und heute ausgelesen wieder zuklappte. Das (Braunschweiger) Autorenpaar hat schon eine ganze Reihe Hiddensee-Krimis geschrieben, dieser ist mein zweiter und wird nicht der letzte mit dem sehr sympathischen Inselpolizisten Pieplow sein.

Den Halloween-Abend mit vielen klingelnden Kinderhorden haben wir mal wieder hinter uns gebracht. Unsere Nachbarn gaben wieder alles an der Dekofront. Wo lassen die nur das restliche Jahr über diesen Riesen-Sarg?

Kulinarisch unterwegs: hier beim italienischen Sonntagsbrunch im Schloss, lecker und sehr schick hier.

Sonntagsausflug: Mit dem Radl die Gegend umzu erkundet. Dieser schöne See ist, wie alle Gewässer hier, fest in der Hand der Petri-Jünger. Betreten, baden, paddeln, atmen und anschauen verboten…

Die Rübe rollt! Und bis sie abgeholt wird, liegt sie oft bis kurz vor Weihnachten unter einer Plane auf dem Acker.

Sturmschäden aus dem letzten Jahr. Hoffen wir mal, dass Rasmus es diesen Herbst/Winter nicht allzu arg treibt!

Social Pressure – leicht gemacht: Unser ganzes Dorf wird von dieser Marketingkampagne hier genervt. Bei den blauen Plakaten mit platten Heimat-Sprüchen an jeder Ecke hab ich mich anfangs kurz gefragt, ob wir schon wieder Wahlkampf haben, aber nein, die Glasfaser will unser Bestes, also Verträge, Geld. An sich ganz normal, wenn hier nicht alle Kapitel des Handbuchs für Drückerkolonnen-Vertrieb durchexerziert werden würden. Da die Glasfaser nur ausbaut, wenn 40 % aller Haushalte mitmachen, werden wir mit riesigen Werbeaufstellern, Infoveranstaltungen, Bratwurst und Hüpfburg im Einkaufszentrum, Wurfsendungen und vielfach klingelnden Vertretern bombardiert.

Gelockt wird mit kostenlosem Anschluss zwischen Straße und Haus, der später viel Geld kosten soll, falls wir uns jetzt nicht dafür entscheiden. Dass man automatisch teure Knebelverträge unterschreiben muss, ist klar. Eine Vergleichsmöglichkeit mit anderen Anbietern – Pustekuchen.
Der Gipfel sozialen Drucks: Jeder, der unterschrieben hat, bekommt diesen „Wir sind dabei!“ Stecker in den Vorgarten gesteckt.
Wer mit solchen Psycho-Methoden arbeitet, stößt bei uns automatisch auf Granit. So nicht, forget it- Glasfaser!

Tschü-Tschüß!

 

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