Unsere Küche macht blau

Der Gedanke geisterte schon lange in meinem Kopf herum: Nach 12 Jahren könnte ich mal die Küchenwände neu streichen. Das satte Schwedenrot an der Wand gefiel uns zwar immer noch sehr gut, weil es warm und gemütlich wirkte, aber leider auch optisch das wenige Licht schluckte, das in die Küche fällt. Außerdem ließen sich die vielen Fettflecken nicht mehr länger mit Bildern kaschieren…
Da ich momentan ein Faible für Taubenblau habe, wollte ich diese Farbe, vielleicht sogar in Kombi mit einer verbleibenden Schwedenrot-Wand? Erst mal Farbmuster-Schiffchen aus Tonkarton basteln und wirken lassen…


Als ich diese Haustür in Wolfenbüttel sah, wusste ich: Jau, das ist es!

Viele Wochenenden lang nahm ich mir vor, endlich mit dem Streichen anzufangen, hatte aber keine Lust und viele Ausreden, da ich mich auch vor der Ausräumerei und Abkleberei gegrault habe. Streichen ist ja nur der kleinste Teil der Arbeit. Aber dann kam der Urlaub und ich kriegte Lust aufs Streichen, auf eine neue Farbe und vielleicht ein damit verbundenes neues Lebensgefühl.

Eine gute Idee war, am Abend davor auszuräumen und abzukleben und dann am nächsten Morgen mit neuer Frische loszupinseln.
Huch, ganz schön leer. So ähnlich würde die Küche wohl aussehen, wenn ein Wohnzeitungsredakteur Fotos vorbereiten würde. Bloß kein Zeichen von echtem, gelebtem Leben.

Alles abgeklebt. – Schwester, den Rührstab bitte!

Und los ging es…. Ich bin ja eher so ein kreuz-und-quer-pinseler, mit Rolle mag ich nicht arbeiten. Ich musste auch ganz schön aufpassen, dass ich Stolpervogel nicht in die Spüle trete beim Pinseln.

Fertich! – Schwer zu fotografieren, in echt sieht es dunkler, blauer aus… Aber ein bisschen kann man die Kombi der blauen und der roten dritten Küchenwand wohl sehen auf dem Bild. Die eine rote Wand sollte bleiben. Dazwischen ist der Flur, es geht alles offen ineinander über.


Aber das war noch nicht alles an Novitäten in unserer Küche. Ein neuer Kühlschrank sollte her und da Einbaugeräte sauteuer sind gegenüber frei stehenden haben wir uns schweren Herzens dafür entschieden, den Schrank rauszuwerfen. Wir fanden einen Kühlschrank mit schwarzer Tafellack-Front, die gut zu unseren mit Tafellack gestrichenen Sperrholzplatten passt, die wir statt Fliesenspiegel in der Küche haben.


Das war echt just-in-time: Malertag war auch Kühlschrank-Liefertag und während die Speditions-Jungs den alten Kühlschrank rausbrachten und den Türanschlag am neuen Kühlschrank wechselten, strich ich flugs die Wand dahinter fertig. Passt!

Muss jetzt keine Fettflecken mehr verdecken, darf trotzdem wieder rein.

Noch was Neues: Irgendwie passte unser alter Plaste-Bio-Eimer auf der Arbeitsplatte nicht mehr ins schwarze Konzept. Im Supermarkt gab es gerade eine Melamin-Brotbox mit Bambus-Deckel, die hat der Schatz mit einem (natürlich schwarzen) Knauf versehen zur besseren Handhabung.

Gefällt mir! Wirkt kühler, aber heller. Darauf kam es an.

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